Zahlen rund um die Rheider Deichacht


Datum Borkum
Fischerbalje
Pogum Terborg Leerort Papenburg
2.1.1901 - - 5,11 4,99 3,38
13.3.1906 4,06 - - 5,05 3,39
4. 2. 1944 3,45 5,24 4,96 4,63 3,05
1. 2. 1953 Hollandflut 2,78 3,72 3,63 3,43 2,90
16./17.2.1962 3,80 4,92 5,12 5,06 3,97
4.1.1976 3,47 4,73 4,85 4,81 4,29
1971/1980
Mitteltidehochwasser
1,05 1,38 1,46 1,54 1,66
Tabelle Bokelmann, a.a.O, S. 47

 

Zum Vergleich die Tabelle der Pegelstände 16./17.02.1962 (Joh.Kramer, Sturmflut 1962, a.a.O., S. 41)



Pegel Thw v
auf astron.Grundlage
vorausberechn.
Tidehochwasser cm
Thw ev
während der
Sturmflut
eingetretene
Tidehochwasser
cm
Thw e - Thw v
die Differenz beider
Hochwassergrößen
cm
Mthw
zum Vergleich
das mittlere
Tidehochwasser
cm
Helgoland
Borkum
Emden
Leerort
Papenburg
Norderney
Norddeich
Wilhelmshav.
Bremerhaven
Brake
Vegesack
Bremen *
Cuxhaven
Brunsbüttelk.
HH; St.Pauli
Zollenspieker
569
576
624
641
642
606
608
652
645
670
695
715
630
630
670
806
860
882
976
1006
897
912
940
1022
1035
1029
1022
1041
996
1027
1070
1057
291
306
352
365
255
306
332
370
390
359
327
326
366
397
400
251
-
592
631
644
649
611
615
662
661
679
698
722
638
638
666
706
* Große Weserbrücke

Die Zahlenangeben sind auf den Pegelhorizont bezogen, der übereinstimmt mit - 5,0 Meter NN. Auf diese Weise werden negative Werte vermieden, da das NN etwa übereinstimmt mit dem Tidemittelwasser an der Nordseeküste (vgl. J.Kramer). Das eingetretene Thw am 16.02.1962 in Leerort z. B. beträgt 1006 cm minus 5 m = 506 cm = 5,06 m. An dem relativ niedrigen Differenzwerten in Papenburg (Ems) und Zollenspieker (Elbe) ist zu erkennen, dass stromab- oder stromaufwärts ein Deich gebrochen ist.

 

Deichhöhen (Höhen in Metern auf NN)

(Tabelle nach Bokelmann, a.a.O., S.47 ff.)

Um 1900 nach 1906
(schwere Sturmflut)
nach 1953
Holland
nach 1975
Generalplan Küstenschutz
Pogum 6,35 8,50
Ditzum 7,40
Terborg 6,00 7,30 r. E.*
Coldeborg 5,42 7,10
Bingum 7,10
Leerort 5,10 5,90 6,02 7,30 r.E.*
Weener 4,31 5,47 5,69 6,70
Papenburg 4,04 4,47 5,25 6,50
* rechtes Emsufer

 

Chronologische Folge der Deicharbeiten im Gebiet der Rheider Deichacht



Deichbauarbeiten Strecke in km Orte
1962 - 1969 3,8 Pogum - Dyksterhusen
1968 - 1971 3,2 Stapelmoor - Halte
1967 - 1973 2,8 Soltborg - Bingum B75
1973 - 1975 4 Weener - Stapelmoor
1975 - 1979 4,9 Bingum B75 - Feerstenborgum
1976 - 1979 3,7 Halte - Diele
1979 0,8 Pogum - Ditzum
1979 1,1 Middelstenborgum - Feerstenborgum
1980 0,9 Jemgumer Siel - Deichgatt Altes Werk
1980 0,95 Feerstenborgum - Herrenweg
1981 1 Schöpfwerk Coldeborg - Critzum
1981 1,3 Deichgatt Altes Werk - Bentumersiel
1981 0,9 Herrenweg - Buschfeld
1982 2,85 Critzum - Neu Jemgum
1982 0,95 Bentumersiel - Soltborg
1983 1,3 Westl. und östl. Schöpfwerk Ditzum
1983 0,6 Weener Buschfeld - Schutzschleuse
1984 0,15 Östlich Hafen Ditzum
1984 1,4 Deichgatt Oldendorp-Nendorp
1985 0,15 bei Buschfeld
1985 1,6 Hatzum - Coldeborg
1986 0,8 Bei Hatzum
1987 1 Hatzum - Nendorp
1988 0,2 Ditzum
1992 3,8 Pogum - Dyksterhusen
G. Bokelmann, a.a.O., S.56 f.

 

Durchstiche zur Begradigung und Vertiefung der Ems:

Die Ausbauarbeiten an der Seeschifffahrtstraße Ems hatten zum Ziel, die Sicherheit und die Leichtigkeit des Verkehrs zu gewährleisten.

Im Laufe des vorigen Jahrhunderts wurden wegen des gestiegenen Verkehrs einige Nachregulierungen vorgenommen, die den Flusslauf der Ems um 1,8 km verkürzten. Nach der Fertigstellung des Dortmund-Ems-Kanals 1899 wurden fast gleichzeitig Seeschleusen in Papenburg, Leer und Emden gebaut(1902 / 1903).

1911: Durchstich Mark-Hilkenborg
1914: Durchstich bei Pottdeich bzw. Grotegaste
1926: Durchstich bei Soltborg
1985: Durchstich Weekeborger Bucht (Kurvenradius von 300 m auf 700 m vergrößert)
1990: u.a. Abflachung der Stapelmoorer Bucht (Kurvenradius von 400 m auf 700m vergrößert)

Fahrrinnenbreite (Ausbauparameter bis 1977)

Unterems von Papenburg bis Leerort: 55 m bis 65 m
Unterems von Leerort bis Emden: 75 m bis 80 m
Leda: 70 m

Fahrrinnentiefe bis 1977:

Unterems von Papenburg bis Leerort: 4,80 m unter MThw
Unterems von Leerort bis Emden: 5,20 m unter Mthw

Fahrrinnentiefe nach 1977:

Unterems von Papenburg bis Leerort: MThw - 6.15 m bis - 6.50 m
Unterems von Leerort bis Emden: MThw - 6;65 m bis - 8,40 m
(Angaben nach Lübbert Watermülder, Festschrift anläßlich des 50. Namenstag des Wasser- und Schiffahrtamtes Emden, 1999)
Nach mehreren Verfahren,
-- > Planfeststellungsbeschluss vom 21.12. 1983 (" 5,80 m")
-- > Planänderungsteilbeschluss vom 3. 7. 1991 ("6,30 m)
-- >Planänderungsbeschluss vom 19. 3. 1993 ("6,80 m")
-- >Ergänzungsentscheidung vom 25. 2. 1994 ("6,80 m),
wurde am 31.05.1994 ein Planfeststellungsbeschluss erlassen, der die Anpassung des Fahrwassers für bis zu 7,30 m tiefgehende Werftschiffe vorsah.

Der aktuell geltende "Planfeststellungsbeschluss zum Emssperrwerk und Bestickfestsetzung vom 14. August 1998 in der Fassung des Planergänzungsbeschlusses gem. § 75 Abs. 1a VwVfG vom 22. Juli 1999" ermöglichte dem neuesten 252 m langen, 32 m breiten, 7,30 m tief gehenden Werftbau "AIDAbella" am 27. März 2008 die Überfahrt von Papenburg nach Emden.
Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung unterscheidet zwischen der "Basistiefe" und der "maximalen Bedarfstiefe für staugeregelte Überführungen". "Basistiefe ist die Tiefe, bis zu der die Ems aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen wieder auflanden kann und deren Einhaltung unter Beachtung der durchgehenden Schifffahrt durch entsprechende Unterhaltungsmaßnahmen angestrebt wird (Unterhaltungstiefe)."

Die Basistiefe beträgt NN:
- 5,20 m (Pegel Papenburg) , - 5,60 m (Pegel Leerort), - 6,62 m (Pogum), - 7, 04 m (Emden),

die Bedarfstiefe NN:
-6, 30 m (Pegel Papenburg), - 6,60 m (Pegel Leerort), - 7,30 m (Pogum), - 7,40 m (Emden).

Unter Bedarfstiefe für eine staugeregelte Überführung wird diejenige Ausbautiefe verstanden, die für eine Überführung eines Bemessungsschiffes erforderlich ist. Im Winterstau kann ein Schiff mit 8,50 m, im Sommerstau mit 7,50 m Tiefgang überführt werden. (vgl. Planfeststellungsbeschluss zum Emssperrwerk vom 22. Juli 1999, S. 27)